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Vereinschronik

 

Das genaue Gründungsdatum des Schützenvereins Kirchenbirkig ist nicht mehr bekannt. Fest steht nur, dass er im Jahre 1929 bereits bestanden hat, da eine Schützenscheibe im Verein existiert, die Georg Herlitz im Jahre 1929 errungen hat. Seinerzeit wurde mit dem Zimmerstutzen geschossen, der Schießstand war zuletzt im Flurstück "Kailsgrube". Nach Aussage noch lebender Schützen herrschte reger Schießbetrieb mit geselligem Beisammensein, doch brachte der Zweite Weltkrieg die Tätigkeiten des Schützenvereins zum Erliegen.

Am 17. März 1962 trafen sich 21 Schützen im Gasthaus "Jägerlust" in Kirchenbirkig und gründeten den Schützenverein "Enzian" Kirchenbirkig neu. Man wählte den Namen "Enzian" deshalb, weil gerade in unseren Fluren diese geschützte Pflanze alljährlich im September und Oktober häufig anzutreffen ist; zugleich stellt er mit seiner blauen Blüte eine echte Rarität dar. Im hinteren Hof der Gaststätte Jägerlust wurde also die Schießanlage angelegt. Geschossen wurde nun mit dem Luftgewehr auf vier Ständen. 1966 hatte der Schützenverein eine größere Krise zu überwinden, die Schießstände waren im Mitleidenschaft gezogen und hätten neu hergerichtet werden müssen. Trotzdem kam der Schießbetrieb nicht ganz zum Erliegen. Um aus dieser Misere herauszukommen, entschloss sich die Mehrheit der Mitglieder, den Verein zu erhalten und das Vereinslokal zu wechseln. Ab 22. Januar 1967 war das Vereinslokal nun im Gasthof Bauer in Kirchenbirkig, dessen Gastwirt Johann Bauer seinen Saal zum Errichten der Schießstände zur Verfügung stellte. Der Schießbetrieb wurde sofort wieder aufgenommen, 1967/68 nahm eine Mannschaft wieder an den Rundenwettkämpfen teil. Schon 1969 erreichten sie den Aufstieg in die B-Klasse und eine 2. Mannschaft wurde angemeldet. Um die Vereinskasse aufzubessern, spielte der Schützenverein 1970 das Theaterstück "s' Abendglöckerl". Es wurde ein voller Erfolg. 1971 stieg die 1. Mannschaft in die A-Klasse auf. Ab 1977 nahmen drei Mannschaften an den Rundenwettkämpfen teil. Die Schießstände wurden auf sechs erweitert.

Auf Anregung unserer Vorstandschaft unter dem ersten Schützenmeister Hans Lodes wurden die Stadtmeisterschaften der sechs Schützenvereine der Großgemeinde Pottenstein eingeführt. Diese erste Stadtmeisterschaft fand 1979 in Verbindung mit dem 50-jährigen Gründungsfest in Kirchenbirkig statt. Unter diesen Mannschaften stellte Kirchenbirkig in den ersten 17 Jahren ununterbrochen den Stadtmeister in der Mannschaftswertung! Auch in der Einzelwertung gehen neun Titel nach Kirchenbirkig, sechs davon an Hans Lodes, zwei an Jochen Neuner und einer an Hans Rudrof. Das Jahr 1994 stellte eine Kuriosität dar, denn neben der "obligatorischen" Mannschaftsmeisterschaft stammten auch die drei Erstplazierten der Einzelwertung aus Kirchenbirkig, ebenso wie der Gewinner des "Prögel-Pokals" und die zweiten und dritten Plätze der Jugendklasse.

1979 nahmen schon vier Mannschaften an den Rundenwettkämp- fen teil. Auch wurde eine einheitliche Schützenkleidung angeschafft. 1980 wurde die erste Damenmannschaft ins Leben gerufen, die nach einem zwischenzeitlichen Tief nun wieder vermehrt reges Interesse an diesem Sport zeigt. Einen Höhepunkt im Leistungssport brachte das Jahr 1982, als Kirchenbirkig alle vier Gausieger (Luftgewehr) stellte. Die Schießanlage wurde auf elf Stände erweitert (jetzt wieder zehn), es schloss sich das Fest der Fahnenweihe im Jahre 1983 an. Als weitere sportliche Höhepunkte gelten die erstmalige Teilnahme an den bayerischen Meisterschaften durch Georg Bähr (Ordonnanzgewehr) und Raymund Lodes (Kurzwaffenschießen). Mittlerweile bringt diese Schützengruppe regelmäßig Titel als Bezirksmeister in den Kurz- und Langwaffendisziplinen nach Hause. Um diese Disziplinen durchführen zu können, hat sich der Verein pro Jahr 18 Schießtermine in Waidach und zwölf in Drügendorf angemietet. Aus schießsportlicher Sicht erwähnenswert ist die Tatsache, dass Hans Lodes 13 Mal hintereinander die Vereinsmeisterschaft der Luftgewehrschützen für sich entscheiden konnte. Zwischen den Jahren 1983 und 2000 stieg "seine" 1. Mannschaft wiederholt in die Bezirksliga auf, auch die 2. Mannschaft erreichte mit ihren Plazierungen in der 1. Gauliga und Gauoberliga beachtliche Erfolge.

Mit insgesamt sieben Schützen-, einer Jugend- und zwei Luftpistolenmannschaften gehörten die Sportjahre 1999 bis 2004 zu den organisatorisch erfolgreichsten. In nahezu regelmäßigem Rhythmus feierte der Verein verschiedene Feste, so 1979, 1983, die Gaufahnenweihe im Jahre 1986 und als bisherigen Höhepunkt das "2. Fränkische Böllerschützentreffen" im Jahre 1990. Für 2004 ist das "Vierte Gauböllertreffen" in Verbindung mit dem 75-jährigen Vereinsjubiläum geplant. Diese teilnehmende Böllergruppe, mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil des Schützenlebens, wurde 1981 gegründet, umfasst 17 Böllerschützen mit größtenteils selbstgebauten Geräten und Kanonen. Auch hier dürfen Damen nicht mehr fehlen, denn sie legten vor wenigen Jahren ihre Prüfungen ab. Aktiv wird diese Gruppe bei allen offiziellen Anlässen der Ortschaft, vor allem aber an Silvester sowie den vereinsinternen Jubiläen. Seit 1997 bei der Verleihung der Stadtmeisterschaft die einzelnen Könige des Vereins in einem Umzug mit Blaskapelle abgeholt wurden und dies bei den Mitgliedern großen Anklang fand, wiederholt man diese "Königseinholung" nun regelmäßig, wobei es an den einzelnen Stationen (Königin, König, Jugend-, Ehren- und Luftpistolenkönig) jeweils einen kleinen Stehempfang gibt. Einmalig in der Vereinsgeschichte ist wohl Steffi Bauers Leistung, die Königswürde der Damen vier Mal hintereinander zu erringen. Während es den Ehrenkönig bereits seit 1990 gibt, darf sich Matthias Deinlein seit 2000 erstmals als Luftpistolenkönig bezeichnen. Diese Disziplin etablierte sich in nur wenigen Jahren und ihre Schützen stiegen bereits in die Bezirksliga auf.

 

Ehrung der Mitglieder, die bereits 1929 im Verein aktiv waren:

von links: Georg Wölfel, Hans Herzing, Hans Bauernschmitt, Andreas Hofmann,
Hans Rodler, Baptist Berner und Vorstand Hans Lodes

 





Hier ist die älteste vorhandene Schützenscheibe unseres Vereins abgebildet. Sie stammt aus dem Jahre 1929

 


50-jähriges Gründungsfest 1979



Pokalverleihung der 1. Stadtmeisterschaft der Großgemeinde Pottenstein



Angeführt wurde der Festumzug im Jahre 1979 vom damaligen 1. Gauschützenmeister Wulf Dieter Dahms



Festdamen

 


Fahnenweihe 1983

verbunden mit dem Gauschießen





Gaufahnenweihe 1986

 

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Fahnenweihe des Gaues am 20. Juli 1986 in Kirchenbirkig. Mehr als 5000 Besucher und über 2000 Schützen nahmen an diesem bis dahin einmaligen Ereignis in Mittelfranken teil.
Im Rahmen eines Feldgottesdienstes wurde die Weihe der Fahne ökumenisch durch Geistl. Rat Pfarrer Neuner und Pfarrer Dr. Eckert vorgenommen. Während Pfarrer Neuner die Fahne als Sinnbild der Zusammengehörigkeit den Schützen vor Augen stellte, sprach Pfarrer Dr. Eckert von der "Kraft, Liebe und Treue" als Symbol der Schützen. Bevor die Fahne an Wulf Dieter Dahms übergeben wurde, hängte man ihr die Fahnenbänder der Vereine (Spender der Fahne), des Schützengaues Pegnitzgrund, des Mittelfränkischen Schützenbundes und ein Band zum Gedenken der toten Kameraden an.
Im Festzelt begrüßte 2. GSM Claus Radermacher des Schirmherrn des Festes, Seine Königliche Hohheit, Prinz Christian Sigismund von Preußen und dankte für seine Bereitschaft, dieses Amt zu übernehmen.



 

Fränkische Schweiz


Prominenter Gast beim Schützenfest war Prinz Christian Sigmund von Preußen (mit Sonnenbrille)

 



2. Fränkisches Böllertreffen 1990